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Kartoffeln sind nicht gleich Kartoffeln

Text: Natalia Godglück, Bild: Daniela Kienzler

Mehr als zehn Kartoffelsorten – bunte, form- und vor allem geschmackreiche – wachsen dank Jungbauer Clau Deplazes in Surrein.

Kartoffeln sind nicht gleich Kartoffeln

Kontakt

Menaschi da famiglia Deplazes
Via Reits 21
7173 Surrein

info@bialaventura.ch

«Die Kartoffel ist eine Diva, die viel Aufmerksamkeit braucht», sagt Clau Deplazes. Von der Saat bis zur Ernte, rund 140 Tage, schaue er fast jeden Tag nach ihr. «Bei heiklen Sorten sogar mehrmals täglich». Der 20-jährige Spross von Nadia und David Deplazes betreibt mit seinen Eltern einen Biohof in Surrein. Vor fünf Jahren pflanzte er drei Kartoffelsorten auf 20 Aren an. Heute ist der Jungbauer bei 60 Aren und mehr als zehn Varianten. Die Kundschaft wählt zwischen der vielseitig verwendbaren Desiree und Ditta und der einzigartigen Parli und Corne de Gatte, die von der Form an Tannenzapfen und Rüben erinnern. Wer das Geschmackserlebnis rot oder blau mag, wählt die Sorten Heiderot und Blaue Anneliese.

Die Knollen im Berggebiet überragen geschmacklich jene aus dem Flachland. Das hat mit der Art des Anbaus, dem inneralpinen Klima wie auch mit den steinigen und sandigen Böden zu tun. «Ein gesunder Boden ist die ganze Miete. Andernfalls nützt das beste Saatgut nichts.

Deplazes Kartoffelanbau ist seit 2025 vollmechanisiert, Maschinen unterstützen ihn von der Pflanzung über die Ernte bis zum Abpacken. Trotzdem: «Kein Arbeitsschritt geht ohne Menschenhände». Insbesondere bei der mehrtägigen Kartoffelernte packen Hilfskräfte aus der Region mit an. Sie trennen die Kartoffeln in brauch- und unverkaufbare. «Je nach Sorte und Jahr sorten wir zwischen 20 und 50 Prozent aus. Hohe Qualität ist uns wichtig.»

Knapp 15 Tonnen Kartoffeln kommen auf den Markt. Diese kann man bei den Deplazes bestellen und auf dem Hof abholen. Oder die Vielfalt in ihrer «Stalla Alp Glivers» degustieren. Im Gastrobetrieb auf 1900 Metern tischt Mutter Nadia alles auf, was der Biohof hergibt: Frisch- und Trockenfleisch, Eier und Alpkäse sowie diverse Gemüse- und Obstsorten. Apropos Obstbäume. Künftig möchte Clau Deplazes diese zwischen den Kartoffel- und anderen Ackerreihen anpflanzen. «Die Bäume sorgen für ein optimales Mikroklima.»