Genusspartner

Gartenfrisch auf den Tisch

Text: Natalia Godglück, Bild: Daniela Kienzler

Der Begriff Farm-to-Table könnte von der «medelina» stammen. Was im Garten des Hotels wächst, kommt abends auf den Tisch. 

Gartenfrisch auf den Tisch

Kontakt

Hotel medelina
Via Canduglias 13
7184 Medel

info@medelina.ch
+41 81 947 40 77

Webseite

Ein paar Schritte hinter dem Hotel Medelina in Curaglia haust Güggel Wendelin mit seiner bunten Hühnerschar. Gärtner Christoph Pally bringt 12 Eier in die Küche. Er klärt gleichzeitig, was heute an Salaten, Gemüsen und Kräutern gebraucht wird. Wenige Minuten später trägt er das Gewünschte in die Küche: frisch geerntet aus dem Bio-Garten.

Der Begriff Farm-to-Table könnte von der «medelina» stammen. Hier wird den Gästen Reifes und Geschmackvolles aus Pallys Reich serviert, etwa rotweisse Randen, blaue Kartoffeln, gelbe Tomaten und demnächst auch die als Powerfood bekannten Aroniabeeren. Essbare Blüten dekorieren die täglich ändernden Menüs. «Wir wollen Klasse statt Masse», sagt der gelernte Bauer, der sich mit viel Liebe und Kompetenz um den 200 Quadratmeter grossen Acker kümmert. Hinzu kommen 15 Obstbäume und diverse Beerensorten. Fast täglich schaut der 65-Jährige – «Pensionierung ist kein Thema» – nach seinen Gewächsen auf 1350 Metern und ob er am Himmel einen Steinadler oder Bartgeier entdeckt.

Pionier des beliebten und 2017 eröffneten Kultur- und Seminarhotels ist Rico Tuor. Aus dem ehemaligen Altersheim schaffte er mit über 40 mehrheitlich privaten Unterstützern einen Ort zum Wohlfühlen. Stein und frisch duftendes Holz dominieren das schlichte, charmante und gemütliche Gästehaus mit 18 Zimmern, Restaurant, Café und einer Terrasse mit Aussicht in eine faszinierende Bergwelt. «Unsere Gäste schätzen unsere unkomplizierte, familiäre Atmosphäre sowie das feine Essen», sagt der Visionär und Netzwerker, der von Ideen nur so sprudelt. Nebst kulturellen Anlässen jeglicher Art bietet die «medelina» auch alte Handwerkskurse wie Besenbinden, Drechseln und Korbflechten mit Haselruten an. «Alles, was einen Bezug zum Tal schafft», so Tuor. Für den Regionalentwickler, der in Curaglia einst Gemeindepräsident war, «ist es das Wichtigste, die Wertschöpfung im Dorf zu behalten.» Deshalb gibt's in der «medelina» möglichst viele Produkte aus dem Ort wie aus der Region. Gartenmeister Pally schaut nochmals bei den Hühnern vorbei, dieses Mal, um Dünger zu holen. «Guter Mist ist des Gärtners List», sagt er und lächelt zufrieden.