Die Sedruner La Conditoria von Reto Schmid produziert die kleinsten Nusstörtchen der Welt – und Unmengen anderer beliebter Süssigkeiten.
Fragt man ihn nach seinem Beruf, braucht Reto Schmid, 50, bloss den linken Unterarm freizumachen: «Gaumenverzauberer» steht da eintätowiert, was absolut treffend ist. Schmids «Genussladen» in seiner La Conditoria in Sedrun präsentiert sich als Eldorado für unzählige süsse Leckerbissen. Erlesenste Pralinen und Truffes gibt es da, unter anderem auch den Schoko-Brotaufstrich Schmidella – und selbstverständlich den Renner alles Hausgemachten: Die wohl kleinste Nusstorte der Welt.
«Pro Stunde produzieren wir 17 000 dieser Köstlichkeiten», sagt der gelernte Bäcker, Konditor und Confiseur, und aus jeder Silbe spürt man Berufsstolz. «Die Nüsse kommen containerweise aus Kalifornien, Frankreich, Chile und Moldawien.» Schmids Törtchen, 19 Gramm schwer und mit vier Zentimetern Durchmesser, werden in 14 Länder exportiert. «Beliebt sind sie etwa in den Golfstaaten, weil man dort alles mit Honig mag.» Ein Abnehmer ist aber auch der Schweizer Detailhandel, denn der Sedruner Betrieb, in diesem Jahr 60 geworden, gehört zu den renommierten des Landes. Mehrmals bisher ist er ausgezeichnet worden, aber die Preise sind für den Chef «keine Genugtuung, sondern ein Ansporn, alles noch perfekter hinzukriegen».




Gegründet wurde La Conditoria von seinem Papa Marcel, der weiterhin präsent bleibt – diskret, mit nützlichen Tipps, aber ohne Reinschwatzerei: «Er darf sagen, was er will, und ich höre, was ich will», sagt der wortgewandte Sohnemann, der in jungen Jahren gute vier Jahre beim Sender Radio Grischa in Teilzeit gearbeitet hatte. «Wenn es die Conditoria nicht gäbe, wäre ich Journalist geworden.»
Neuigkeiten beschreibt er jetzt nicht – die kreiert er. Unermüdlich, mit seiner Partnerin Anna Curschellas und deren drei Töchtern, mit seinem Sohn und 55 Mitarbeitenden. Wichtig ist ihm die Förderung des Nachwuchses: Im Wettbewerb «Schweizer Lehrmeister des Jahres» war er 2014 der Zweitplatzierte. «Mein Ziel war es schon ganz früh, laufend wetter- und saisonunabhängige Jobs zu schaffen.» Die Belegschaft dankt ihm sein Engagement: Pro Woche setzt der Betrieb 8 000 Stück Patisserie ab, pro Jahr nebst den Millionen Nusstörtchen auch 100 Tonnen selbstertüftelte Schokolade.
Schmid ist ein Ideenturbo, einer, der sich auf keinen Lorbeeren ausruht. Was treibt ihn an? «Freude. Für mich ist jeder Tag eine Praline.»
