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Montag ist Markttag

Text: Roland Falk, Bild: Daniela Kienzler

Marcus Duff ist Gemüsebauer aus Laus und jeden Montag Nachmittag mit seinem Marktstand beim Bahnhof Disentis anzutreffen.

Montag ist Markttag

Kontakt

Marktstand Disentis
Via dalla Staziun
7180 Disentis/Mustér

marcus.duff@bluewin.ch
+41 79 351 20 96

Am samstäglichen Wochenmarkt von Ilanz kennt man ihn, da war er vor 29 Jahren einer der Ersten, die Gemüse und Käse feilhielten. Und auch in Disentis ist er ein bekanntes Gesicht – jeweils am Montag Nachmittag trifft man ihn mit seinem Marktstand beim Bahnhof Disentis an. Marcus Duff, ein Bauer aus Laus, «aber ohne solche Insekten», bewirtschaftet mit seiner Anna Maria eine halbe Hektare Land mit biologisch einwandfreien Nutzpflanzen. «Meine Frau ist mit einem grünen Daumen gesegnet, da bin ich ein Glückspilz», sagt der Produzent, der nebst Herkömmlichem wie Kartoffeln, Bohnen oder diversen Salaten vor allem Mangold anbietet, für Capuns eine Unverzichtbarkeit. «In der Saison ernten wir bis 7000 Blätter pro Woche».

Duffs Anwesen in Laus ist ein Generationenhof, der schon dem Urgrossvater die Existenz sicherte. Seit drei Jahren leitet ihn der Sohn Rafael, «aber vorher haben wir elf Jahre zusammen geschirrt». Rafael züchtet Original Braunvieh, der Gemüseacker ist Sache von Papa und Mama. «Wir ernten etwa drei Tonnen jährlich», rechnet der Hellwache vor, der neun Jahre im Gemeinderat von Sumvitg war und seit einem Jahr das Center sursilvan d’agricultura präsidiert, einen innovativen Landwirtschaftsverein mit 100 Mitgliedern.

 

Seit fünf Jahren sind Duff und sein Herzblatt nebst dem Gemüsebau noch für etwas völlig anderes rührig. Sie führen im ausgedienten Schulhaus von Cumpadials ein Brocki, einen Spezialitätenladen und ein kleines Geschäft für Alltägliches. Das alles ist seit fünf Jahren in den zwei einstigen Schulzimmern untergebracht, «wo ich als Knirps die Bank drückte», und firmiert unter dem Namen «La Caldera», zu Deutsch «grosser Käsekessel». Deshalb, weil Duff zehn Sorten Alpkäse unter die Leute bringt. 

Zu seinem Brocki kam er, weil ihm Alphüttenbesitzer immer wieder Ausgemustertes überliessen. Von Kleidern, Werkzeug, Büchern, Tellern und Tassen bis hin zu Gartenzwergen gibt's alles bei den Duffs – selbst Heiligenbilder. Und die zwei Läden werden von den Einheimischen geschätzt, weil man in Cumpadials «25 Jahre lang nirgendwo einkaufen konnte». 

Selbst wenn die Woche acht Tage hätte, wäre es Marcus Duff «keine Stunde langweilig». Ist er steinreich geworden, mit all seinen Engagements? «Ja, an Steinen im Acker», sagt er und lacht, denn «ohne Humor geht nichts bei mir».