Genusspartner

Engagierter Artenschützer

Text: Natalia Godglück, Bild: Daniela Kienzler

Silvio Pfister ist ein Bio-Bauer aus Schlans. Er liebt Natur und Vielfalt, züchtet verschiedene ProSpecieRara-Tiere und ist ein Original.

Engagierter Artenschützer

Kontakt

Silvio Pfister
Via Camartgeis 28
7168 Schlans

076 459 16 55

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«Ich liebe meine Tiere und die sind immer gut zu mir», sagt Silvio Pfister. Im Stall sitzend streichelt er zufrieden seine grauen Gebirgsziegen. Die Capra Grigia ist eine seltene heimische Rasse, die er seit 20 Jahren züchtet und deren Böcke «weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt sind». Seine erste Ziege erhielt der Schlanser als Achtjähriger, die Faszination für diese «eigenwilligen Tiere mit Charakter» ist geblieben.

Der 50-jährige Bauer und Metzger, sehnte sich stets nach Tieren, «die nicht nur fürs Schlachten bestimmt sind». So begann er vor 30 Jahren Ur-Rassen zu züchten. Zuerst Bündner Oberländer Schafe, eine Art, von der es weltweit nur noch 300 gab. Inzwischen sind es 3000. Später kamen Ziegen hinzu und mit dem Ur-Freiberger die einzige echte heimische Pferderasse. Silvio verkauft sie als «wohlerzogene» Freizeit- und Arbeitstiere.

Genetisch unveränderte Nutztiere liegen dem Naturliebhaber sehr am Herzen. «Ur-Gene sind viel robuster – einmal gekreuzt, sind sie nicht rückholbar». Er arbeitet mit der Stiftung ProSpecieRara zusammen mit dem Ziel, gefährdete Rassen zu erhalten und zu nutzen, sie aber auch allen zugänglich zu machen. Der Idealist schätzt vor allem die zahlreichen Vorteile der Ur-Tiere: Diese sind einfacher haltbar, fressen hiesiges Futter, sind gesünder und «sehr menschenbezogen». Vor allem aber bewegen sie sich mühelos an steilen Alphängen, da, wo grosse Tiere nicht hinkommen. Das hochwertige Bio-Fleisch verkauft Silvio ab Hof – im Frühling rares Gitzifleisch, im Herbst zartes und fettarmes Bio-Alp-Lammfleisch. Hinzu kommen Alp-Ziegenkäse, Schaffelle und -wolle. Wichtig ist dem Mann mit Pferdeschwanz, dafür ohne Computer und Mailadresse, dass seine 40 Ziegen, 60 Schafe und 25 Pferde keine Gülle produzieren. «Flüssige Exkremente lassen Kräuter und Blumenarten verschwinden», er aber möchte die Vielfalt für künftige Generationen erhalten.

Bekannt ist der Tierfreund weitum für seine Araber-Zucht, die ihm schon einige Auszeichnungen eingebracht hat. Wenn im Sommer alle Tiere auf der Alp sind, wo sich auch die Vollblüter «pudelwohl fühlen», kümmert sich der Umtriebige um seine 40 Hektaren Land und plant das nächste Projekt: eine kleine Käserei im Dorf, um die Ziegenmilch vor Ort zu verwerten.